Samstag, 15. November 2008

Wikipedia offline

Nicht wirklich, aber der Wikimedia Deutschland e.V. darf aufgrund einer einstweiligen Verfügung vorerst seine URL (wikipedia.de) nicht mehr zum deutschsprachigen Wikipedia verlinken:


Statt der intuitiven URL findet sich das Angebot von Wikipedia natürlich weiterhin unter de.wikipedia.org. Ursache ist ein Streit zwischen einem Bundestagsabgeordneten der Linken und diversen Autoren Wikipedias. Offensichtlich geht es nicht um die parteischädigende Geschichte des Abgeordneten, der zugibt für die Stasi gearbeitet zu haben, vielmehr geht es um die Bemerkung auf der Wikipediaseite, der Abgeordnete hätte per SMS Drohungen ausgesprochen und würde in einem Strafverfahren seine politische Immunität verlieren. Ich frage mich, warum man das nicht in Wikipedia festhalten darf? Der Richter, dem die Verfügung vorgelegt wurde, hat jedenfalls erstmal die Notbremse gezogen. Langfristig wird sich dieser Zustand sicherlich in Wohlgefallen auflösen, wie damals im Fall Tron.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hier stellt sich ja auch die Frage nach dem Sinn der Sperrung. Über de.wikipedia.org kann ich weiterhin auf die auch vermeintlich gesperrten Inhalte zugreifen.
Fazit: Erst nachdenken, dann klagen, das könnte dem eigenen Ruf weniger schaden.

Piel hat gesagt…

Wahrscheinlich reicht der Einflußbereich der deutschen Rechtsprechung nur bis zu den .de TLDs. Das US-Amerikanische Wikipedia, welches auch die deutschen Seiten hostet, würde auf eine Unterlassungserklärung aus dem Ausland wahrscheinlich nicht reagieren. Deswegen wurde vielleicht auch die gesamte .de-URL Wikipedias gesperrt, nicht etwa nur die betroffene Seite, die ja direkt über die .org erreichbar ist.

Für den Ruf eines Politikers oder einer Partei ist Wikipedia wahrlich das falsche Schlachtfeld, da es zu transparent ist. Aber der aktuelle Fall ist da nur die Spitze des Eisbergs:
http://www.heise.de/newsticker/Politische-Grabenkaempfe-in-der-Wikipedia--/meldung/96265
http://amendedestages.blogspot.com/2008/02/cdu-manipuliert-kurt-beck-bei-wikipedia.html
http://www.netzeitung.de/internet/339352.html